An der Tagung am 23. und 24. Juli nahmen rund 150 Ordensschwestern, Priester und MitarbeiterInnen von kirchlichen Hilfswerken und Nichtregierungsorganisationen teil. Auch der Diözesanbischof von Linz, Dr. Ludwig Schwarz, war bei der ganzen Tagung dabei. Die Steyler Missionare waren durch den Provinzial Pater Franz Pilz, den Missionsprokurator Pater Hans Resch, Franz Helm, Karl-Heiz Peschke, Karl Schütz, Christian Tauchner, sowie die Mitarbeiterinnen Elke Grafl und Maria Schelkshorn vertreten. Auch fünf Steyler Missionsschwestern nahmen an der Tagung teil.
Die Fachtagung hatte sich zum Ziel gesetzt, die Verknüpfung der aktuellen Finanzkrise mit der Umweltkrise zu erkennen und aus diesen Einsichten konkrete Schritte zu planen, um den Klimawandel zu stoppen. Vorträge von Bischof Luciano Capelli über die Klimaveränderung in seiner Diözese auf den Solomon Inseln im Südpazifik und eine feministische Perspektive auf die Ökologie von Dr. Vandana Shiva, der Alternativnobelpreisträgerin aus Indien, zeigten die Opfer der Umweltschmutzung und forderten Alternativen im Produktionsprozess vor allem der reichen Gesellschaften. Weitere Vorträge schlugen persönliche Schritte zu einem einfachen Leben aus theologisch-kirchlicher Sichtweise vor, Prof. Michael Rosenberger, und Dr. Karl Kumpfmüller analysierte die fehlgeleitete Zielvorstellung von „Entwicklung“ seit der Nachkriegszeit in soziologischer und politisch-ökonomischer Hinsicht.
Für Heinz Hödl, von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO), die an der Organisation der Tagung maßgeblich beteiligt war, „ergänzten sich die Referate zu einer Zusammenschau der größeren Problematik unserer Umwelt und Schöpfungsverantwortung. Damit wurde auch eine gute Grundlage dafür gelegt, dass jetzt eine Strategie für Gerechtigkeit und einen veränderten persönlichen Lebensstil angegangen werden kann.“
In sechs Arbeitsgruppen erarbeiteten die TeilnehmerInnen gegen Ende der Tagung Vorschläge, die in den eigenen Ordensgemeinschaften, Organisationen und Hilfswerken umgesetzt werden sollen. Die Vorschläge reichen vom öffentlichen Eintreten für internationale Gerechtigkeit, die Umsetzung der Kyoto-Ziele in den eigenen, vor allem kirchlichen, Organisationen, die Unterstützung der Kampagne „Klima fair-bessern“ der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) bis zu Programmen, demokratische Vorgehensweisen auf allen Ebenen einzufordern, besonders wenn Vorschläge verhandelt werden, die die Umwelt betreffen.
„Diese Vorschläge stehen jetzt noch auf dem Papier, aber sie werden von den Ordensgemeinschaften und Organisationen in der nächsten Zeit sicher in praktische Schritte umgesetzt werden“, erwartet sich der Salesianer Pater Josef Keler SDB, Vorsitzender des Missionsreferats der Superiorenkonferenz, das an der inhaltlichen Ausrichtung der Tagung mitgearbeitet hatte. Heinz Hödl von der KOO hält die Tagung für einen Erfolg, „denn wir konnten neue Zielgruppen, über die missionierenden Orden hinaus, ansprechen und sie waren gut vertreten. Jetzt geht es vor allem darum, klar einzufordern und umzusetzen, was wir in diesen Tagen an Zusammenhängen verstanden haben. Dafür sind die Ordensleute und die TeilnehmerInnen aus allen Organisationen eine Garantie.“
Christian Tauchner svd |