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Dreibrunnen, Schweiz
Pater Walther Gaemperle unerwartet verstorben
Am letzten Samstag, 17. Juli, ist Pater Walther Gaemperle SVD im Alter von 76 Jahren unerwartet gestorben. Der Abschiedsgottesdienst findet am Freitag, 23. Juli, 10.00 Uhr, in Maria Dreibrunnen in Bronschhofen SG statt.

Ende Juni wurde Pater Walther Gaemperle in einem festlichen Gottesdienst in Maria Dreibrunnen, wo er seit 2001 als Wallfahrtspriester wirkte, verabschiedet. Ende Juli wollte er zu seinen Mitbrüdern in die Marienburg in Rheineck SG umziehen. Gott hatte einen anderen Plan mit ihm. Am letzten Samstag ist Pater Walther tot in seiner Wohnung in Bronschhofen aufgefunden worden. Die Todesursache: Wahrscheinlich Herzversagen (die offiziellen Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen).

 

Der Wiler Stadtpfarrer Roman Giger hat den Steyler Missionar in seiner Abschiedsrede in Maria Dreibrunnen treffend charakterisiert: „Walther hat sich nie davor gescheut, Missstände und Fehlentwicklungen in der Kirche schonungslos anzusprechen, zu diskutieren und gelegentlich zu verurteilen. Doch, bei aller Kritik und aller gesunder Distanz zur Institution hat er sich zu jeder Zeit eine grosse Liebe zur Kirche bewahrt. Er war nie einer, der bloss abreisst, sondern ist einer, der auch neu aufbaut. Von Walthers durchdachter und lange reflektierter Theologie und seinen prägnanten, griffigen Formulierungen haben wir viel gelernt.“

Diese Eigenschaften haben Pater Walther Gaemperle ein Leben lang begleitet.

 

Geboren und aufgewachsen ist er in Zuzwil SG. 1961 erhielt er in der Kapelle des Gymnasiums Marienburg in Rheineck die Priesterweihe. Es folgten: Lehrertätigkeit am Gymnasium Marienburg in Rheineck, das Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Freiburg. Anschliessend wirkte der St. Galler von 1971 bis 1982 als Redaktor der ordenseigenen Familienzeitschrift „Stadt Gottes“. Eine Aufgabe, die er mit „Herzblut“ erfüllte. Er hat die „Stadt Gottes“ in diesen Jahren entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Nach seinem Ausscheiden als Redaktor blieb Pater Walther noch mehrere Jahre im Redaktionsteam. Und: Bis 2006 arbeitete er auch beim Steyler Bildkalender mit. Er suchte die Bilder aus und schrieb Meditationstexte dazu. In den 70er Jahren war er zudem als Regisseur bei der Theatergesellschaft Steinhausen aktiv. Ein Hobby, das er sehr liebte.

 

Von 1982 bis 2000 betreute der Steyler mit grossem Engagement die Katholische Hochschulseelsorge an der Universität St. Gallen. „Der Kontakt über mich zur Kirche soll positiv sein“, war die Devise für die Arbeit von Pater Walther Gaemperle…sowohl an der Universität als auch bei seinen zahlreichen anderen Aufgaben. Neben seiner Arbeit an der Universität machte er Aushilfen in den Stadtpfarreien, hielt Fastenpredigten in der Kathedrale und ab 1987 zog es ihn auch als Seealpsee-„Standespfarrer“ an vielen Sonntagen in den Alpstein.

 

Pater Gaemperles Arbeit wurde geschätzt. Am „Dies academicus 2000“ zeichnete ihn die Studentenschaft mit dem Mentorpreis aus. In der Laudatio hiess es: Er habe sich immer in besonderem Masse für die Interessen der Studierenden stark gemacht. Auch in seiner letzten Tätigkeit als Wallfahrtsseelsorger standen die Menschen im Mittelpunkt. Roman Giger bringt es auf den Punkt: „Er war ein leidenschaftlicher und menschenliebender Seelsorger. Und: Ein zutiefst kreativer und offener Denker.“

 

Der Abschiedsgottesdienst findet am Freitag, 23. Juli 2010, 10.00 Uhr, in der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen in Bronschhofen statt. Der Rosenkranz wird am Donnerstag, 22. Juli, 19.00 Uhr, gebetet - ebenfalls in Maria Dreibrunnen.

Veröffentlicht: 20.07.2010 Xaver Schorno
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