28. Nov 2013
Die Steyler Missionare in der Schweiz haben 80.000 Franken Spendengelder an ihre 30 Mitbrüder im Katastrophengebiet auf den Philippinen überwiesen. Dieses Geld wird vor allem für Nothilfe-Pakete und Notstromaggregate verwendet.
Pater Albin Strassmann, Missionssekretär der Steyler Missionare in der Schweiz, ist hocherfreut. „In den letzten vierzehn Tagen sind uns rund 80.000 Franken für die erste Nothilfe auf den Philippinen überwiesen oder persönlich übergeben worden.“ Dieses spontane Engagement vieler privater Spenderinnen und Spender sowie zahlreicher Pfarreien sei beeindruckend. „Wir möchten dafür ganz herzlich danken.“ So sieht das auch Pater Antonio Enerio, ebenfalls Steyler Missionar und zuständig für die Philippinenseelsorge in der Schweiz. „Ich bin sehr glücklich über diesen Betrag, aber auch über alle anderen Sammelaktionen der verschiedensten Institutionen." Pater Antonio nennt speziell die Glückskette. „Die Spendenversprechen für rund 9 Millionen Franken an einem Tag zeugen von einer riesigen Solidarität der Schweizerinnen und Schweizer. Wir Filipinos in der Schweiz sind sehr stolz darauf.“ Und das zeigen viele der rund 9000 Filipinos auch. In Bern zum Beispiel hat eine Gruppe aus der Philippinenmission als Dank selbstgebackenes Gebäck an die Passanten verteilt. An anderen Orten machten sie Musik.
Insgesamt 89.000 Franken
Diese 80.000 Franken haben die Steyler Missionare aus dem eigenen laufenden Budget mit 9000 Franken aufgestockt. Im Moment überweist Pater Albin Strassmann die eingehenden Spendengelder auf Weisung von Pater Heinz Kulüke, Generalsuperior der Steyler Missionare, wöchentlich an das SVD-Koordinationsteam auf der Insel Cebu. Laut Missionssekretär werden die Gelder aus der Schweiz vorrangig für Nothilfe-Pakete für den Norden der Insel Cebu und die Insel Lete sowie Notstromaggregate für das Spital in Tacloban verwendet. Die Steyler Missionare legen grossen Wert auf genaue Abklärungen vor Ort. Was wird wirklich benötigt? Unterstützen tun sie dabei Fachleute von der San-Carlos-Universität in Cebu, die von den Steyler Missionaren geleitet wird. Und: „Die Bürokratie wird auf allen Stufen möglichst klein gehalten“, erklärt Pater Albin.
Gottvertrauen und Optimismus
Bei Pater Antonio laufen die Telefone immer noch heiss. Die Landsleute in der Schweiz sprechen dabei nicht nur über ihre Angst und Trauer, sie wollen auch helfen – mit Kleidern und Medikamenten. Pater Antonio klärt zurzeit ab, wieweit es sinnvoll und auch aus zolltechnischen Gründen möglich ist, Gebrauchtkleider auf die Philippinen zu schicken. Er steht seinen Landsleuten bei, wo es möglich ist. „Es gibt auch andere, bessere Morgen“, sagt der Steyler Missionar, wenn er von der Taifun-Katastrophe spricht. Eine Einstellung, die viele Filipinos teilen. Gottvertrauen und Optimismus sind für sie ganz wichtig.
5235 Tote, 1613 Vermisste
Mehr als zwei Wochen nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ ist die Zahl der Toten auf 5235 gestiegen. 1613 Menschen würden noch vermisst, teilte die philippinische Regierung mit. Die meisten Menschen - nämlich 4919 - starben auf der im Osten gelegenen Inselgruppe Visayas, wo „Haiyan“ besonders schwere Verwüstungen anrichtete. Weitere 316 Tote zählte der Katastrophenschutz allein in den zentralen und südlichen Provinzen des Landes. Mehr als 4,2 Millionen Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen und mehr als eine Million Häuser wurden beschädigt oder zerstört.
Pater Antonio: „Es ist unfassbar, was der Taifun angerichtet hat.“ Die Hilfsaktionen gehen weiter. Auch die Steyler Missionare tun ihr Möglichstes. „Wir sind den Opfern im Gebet verbunden, versuchen aber auch weiterhin, finanzielle Mittel für die Hilfe in einer zweiten Phase bereitzustellen“, erklärt Pater Albin. Benötigt würden in dieser Phase vor allem Saatgut und Farmausrüstung für die Kleinbauern sowie Boote und Netze für die Kleinfischer.
PS: Auf den Philippinen sind die Steyler Missionare seit 1909 tätig. Heute stehen auf den verschiedenen Inseln über 470 Patres und Brüder im Einsatz. Sie betreiben zahlreiche Einrichtungen, namentlich Schulen und Spitäler.
Unterstützen Sie unsere Hilfe für die Taifun-Opfer auf den Philippinen mit einer Spende auf eines der zwei folgenden Konten der Steyler Missionsprokur:
Stichwort: Nothilfe für Taifunopfer.
Vielen Dank!