Bruder Hugo Andrey SVD (1939-2018)

30. Sep 2018

Nach kurzer Krankheit verstarb Bruder Hugo Andrey SVD überraschend am 26. September im Alters- und Pflegeheim Franziskus in Menzingen.

Bruder Hugo Andrey SVD

Hugo Andrey wurde am 6. April 1939 als 11. Kind von Franz und Christine Andrey-Nussbaumer in Selgiswil bei Heitenried, FR, geboren. Mit seinen dreizehn Geschwistern erlebte er eine frohe Kindheit auf deren Bauernhof in Balliswil bei Düdingen, wohin die Familie 1947 zog. 1954 ging er in das Gymnasium Marienburg in Thal. Da ihm die Arbeit mit den Brüdern im Landwirtschaftsbetrieb des Gymnasiums besser gefiel als das Studieren, entschied er sich Bruder zu werden. 

1958 trat er in das Noviziat der Steyler Missionare in St. Gabriel, Maria Enzersdorf in Österreich ein. Dort legte er am 8. September 1960 seine ersten Gelübde ab. Anschliessend kehrte er in die Marienburg zurück, wo er 1961/62 die Ausbildung als Landwirt im Kusterhof, Rheineck, absolvierte. 

1963 erhielt der die Missionsbestimmung für Australien. Mit dem Schiff ging es von Genua über Sri Lanka nach Sydney, Australien. Zuerst wirkte er für ein Jahr in Marburg danach in Kellyville – in der Nähe von Sydney – auf der Milchfarm. Dort band er sich 1966 mit den ewigen Gelübden an die Ordensgemeinschaft. Ab 1967 leitete er diese Farm mit rund 700 Kühen bis sie 1981 verkauft wurde und er nach Singleton zog .Seine Anekdoten und Erzählungen aus dieser Zeit lassen seine grosse Liebe zu den Kühen und zu seiner Tätigkeiten auf diesen grossen Betrieben spüren. Dabei war ihm keine Arbeit zu mühsam oder zu viel. Als Ausgleich dienten ihm die 1. August-Feiern der Schweizer Gemeinschaft von Sydney auf der Farm mit grossem Feuer, Jodeln und Alphorn, das er selber gerne spielte. 

Am 6. April 1984 übersiedelte er nach Papua New Guinea. Im selben Jahr erlebte er in Mt. Hagen den Papstbesuch von Johannes Paul II. In Kondiu leitete er den Bauernhof der Schule der De La Salle Gemeinschaft. Bald schon übernahm er dort die Leitung der Blasmusik der Schule, denn er hatte in der Marienburg ja selber in der Burgmusik Trompete gespielt. Mit dieser und zwei weiteren trat er an verschiedenen Anlässen auf. 1987 wurde er zum Leiter der Postulanten (Ordenskandidaten) ernannt. Nach seiner Vorbereitung auf den Philippinen zog er mit ihnen nach Karap. Er und seine Postulanten engagierten sich für die Menschen der Gegend, hielten auch Wortgottesfeiern und Bibelunterricht. In den 6 Jahren als Verantwortlicher entschieden sich acht junge Männer Steyler Missionare zu werden und wirken heute in verschiedenen Ländern der Welt. 

Ab 1994 bis 2011 wirkte er an der Divine Word University in Madang, unterbrochen von der Zeit als Rektor in Sydnay von 1999-2002, wo er auch seine beiden Hüften operieren lassen musste. Anfangs waren es 500 am Ende rund 1‘400 Studierende, für deren Logistik er zuständig war. Zu jeder Tages- und Nachtzeit holte er Studierende oder Professoren vom Flughafen ab, brachte sie dorthin zurück oder fuhr Kranke ins Spital. Begeistert spielte er auch auf dem Alphorn, sei es bei Begrüssungen oder bei Beerdigungen. Auch im Gefängnis organisierte er Gesprächsrunden. In der Zeit in Madang schrieb er über die Geschichte von Madang aber auch über Nicholai Maclay, dem ersten weissen Forscher in Papua New Guinea. Für all seine Verdienste in Papua New Guinea erhielt er den „Paradiesvogel“ (Grand Companion of the Order of Logohu), die höchste Auszeichnung, die die Regierung vergibt. 

Anfangs 2012 kam er zurück in die Schweiz, um in Maria Hilf, Steinhausen, seinen Lebensabend zu verbringen. Doch von „sich zur Ruhe setzen“ war nicht die Rede. Er machte sich nützlich wo immer er konnte, im Garten, in der Küche, beim Einpacken, etc. Aber auch der Kontakt mit seinen Geschwistern und Verwandten war ihm wichtig. Genauso der regelmässige Besuch unserer Mitbrüder im Pflegeheim in Menzingen. Er genoss bei seinen Zugreisen die Landschaft sowie die Begegnungen mit anderen Reisenden. 

Anfangs dieses Sommers fühlte Hugo sich müde und schwach. Die Untersuchungen ergaben, dass er einen Tumor im Gallengang hat. Zudem stürzte er Ende August unglücklich und brach sich das Becken. So kam er nach einem Krankenhausaufenthalt in das Pflegeheim in Menzingen. Unerwartet schnell verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Friedlich und zufrieden durfte er am späteren Nachmittag vom 26. September 2018 einschlafen. 

Den Abschiedsgottesdienst für Bruder Hugo Andrey feiern wir am Samstag 6. Oktober um 10.00 Uhr in der Don Bosco Kirche in Steinhausen. Anschliessend findet die Beisetzung auf dem Friedhof Erli statt.

P. Matthias Helms SVD
Präses

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